Beitrag Nr. 4 · GRC-Performance Reihe

GRC Supra-Performance-Plattformen: Der Tone from the Top braucht integrierte Kommunikation – wie der Tone from the Bottom

Warum Kommunikationsverluste der teuerste unsichtbare Posten im Unternehmen sind – und wie Spitzenteams das lösen.

Es gibt einen Posten in der Unternehmensrechnung, den niemand bucht, den niemand misst – und der dennoch jährlich gewaltige Summen verschlingt: den Kommunikationsverlust. Nicht nur im Bereich Governance, Risk und Compliance, sondern quer durch alle Funktionen ist er der stille Haupttreiber für Wirkungsgradverlust, Doppelarbeit, verpasste Chancen und – im schlimmsten Fall – vermeidbare Schäden.

Was dieser Kommunikationsverlust in Euro und Cent kostet? Weiß im Grunde niemand genau. Und genau das ist das Problem.

„Wenn das Unternehmen wüsste, was das Unternehmen weiß" – dieser vielzitierte Satz aus dem Wissensmanagement von Davenport und Prusak ist im Kern eine zynische Kapitulation vor der Kommunikation der Profis. Wir wollen ihn nicht als Resignation stehen lassen, sondern als Auftrag verstehen.

Ein Blick in die Boxengasse: Kommunikation als Höchstleistung

In der Formel 1 geht ein Boxenstopp in unter zwei Sekunden vonstatten. Der aktuelle Weltrekord liegt bei 1,80 Sekunden – aufgestellt von McLaren beim Grand Prix von Katar 2023 am Fahrzeug von Lando Norris. Vier Reifen wechseln, Fahrzeug heben und absetzen, Fahrer freigeben – in der Zeit, die ein Mensch für einen halben Atemzug braucht.

Wie geht das? Nicht durch Zufall. Und nicht durch Improvisation. Sondern durch unzählige Verbesserungsrunden, in denen jede einzelne Rolle immer weiter justiert und optimiert wurde. Im Einsatz selbst kommunizieren dann nicht mehr die Experten als Personen – es kommunizieren die Rollen, die Jobs, die Positionen. Jede Handbewegung ist geübt, jedes Signal vereinbart, jedes Zeichen unmissverständlich.

Und trotzdem – oder gerade deshalb – verzichten Spitzenteams nie auf Kommunikation. Im Gegenteil: Sie kultivieren sie als Kernkompetenz. Bei jedem Rennen sprechen miteinander:

Das Kommunikations-Ökosystem eines Rennstalls

Teamchef · Technischer Direktor · Renningenieur · Leistungsingenieur · Steuerungstechniker · Motorleistungsingenieur · Motorsystemingenieur · Spezialisten · Chefmechaniker · Mechaniker · Datenanalysten · Strategieingenieure · Fahrer · Design-Ingenieure · Test- und Entwicklungsingenieure · Kommunikationsdirektor · Pressesprecher · Marketing- und Sponsoring-Teams · Logistik-Teams · Hospitality-Team · Catering-Manager · Sicherheitspersonal · Fahrertrainer – und viele mehr.

Dass schon eine kleine Unschärfe in dieser Kommunikation Sekunden – und damit Podien – kosten kann, zeigte sich beim Grand Prix von China 2026 auf eindrückliche Weise: Max Verstappen fuhr ein halbes Rennen lang unnötig mit reduziertem Gas durch Kurve 6, weil ein Funk-Missverständnis mit seinem Renningenieur zu lange unbemerkt blieb. Eine Weltklasse-Organisation, ein Weltmeister am Steuer – und dennoch: Kommunikationsverlust kostet sofort.

Wenn das in der Formel 1 so ist, wo jede Rolle bis ins Detail definiert, jede Funkstrecke redundant ausgelegt und jeder Handgriff hundertfach geübt ist – was bedeutet das für ein Unternehmen mit hunderten, tausenden, zehntausenden Mitarbeitenden, deren Rollen weniger trainiert, deren Schnittstellen weniger klar und deren Protokolle weniger geübt sind?

Feed-back, Feed-forward, Feed-in

Spitzenorganisationen pflegen drei Kommunikationsrichtungen – nicht eine, nicht zwei.

Feed-back Rückmeldung aus der Linie, von der Basis, aus dem Maschinenraum: Was läuft? Was nicht? Was sehen nur die, die es selbst tun?

Feed-forward Wünsche, Vorschläge, Verbesserungsimpulse – nicht als Klagemauer, sondern als Gestaltungsbeitrag.

Feed-in Einsteuerungen von außen und oben: Strategie, Regulatorik, Markt, Kundenfeedback, Branchentrends.

Erst das Zusammenspiel dieser drei Ströme macht einen Wirkungskreis, der gleichzeitig agil und auf Kurs, verantwortbar und anpassbar, transparent und integer, konsistent und integriert bleibt – und vor allem: ohne Kommunikationsverluste lücken- und störungslos performt.

Tone from the Top. Tone from the Bottom. Tone from In-Between.

In der Compliance-Literatur hat sich seit Jahren der Begriff „Tone at the Top" etabliert: die ethische Grundhaltung, die Vorstand, Geschäftsleitung und Aufsichtsgremien vorleben – und die, wie die Wikipedia-Analyse vieler Wirtschaftsskandale zeigt, bei nahezu allen modernen Finanzskandalen in einer schwachen Ausprägung eine Rolle gespielt hat.

Inzwischen ist jedoch längst klar: „Tone at the Top" allein genügt nicht. Führende Compliance-Praktiker sprechen heute vom „Tune in the Middle", vom „Mood in the Middle" und vom „Vibe at the Bottom" – von der Tatsache also, dass die ethischen Signale der Spitze auf jeder Hierarchieebene neu interpretiert, gefiltert und manchmal verzerrt werden. Ohne mittlere Führungskräfte, die die Werte der Spitze in ihrer täglichen Praxis übersetzen, verpufft die beste Chefansprache. Ohne eine Basis, die zurückspricht, erfährt die Spitze nie, was wirklich passiert.

Jede Stimme zählt. Nicht nur die von oben. Auch die von unten. Und die aus der Mitte.

Der Kern

Dazu braucht es Kanäle und Routinen, die nicht im Silo isoliert sind,
sondern wie in einem gesunden Organismus
natürlich kommunizieren.

Warum klassische GRC-Plattformen hier an Grenzen stoßen

Die meisten etablierten GRC-Plattformen sind hervorragend darin, Risiken zu erfassen, Kontrollen zu dokumentieren, Audits zu verwalten und Compliance-Nachweise zu führen. Was sie strukturell nur bedingt leisten: eine wirklich integrierte, gleichzeitig mehrrichtungsfähige Kommunikation zwischen Spitze, Mitte und Basis.

Die Kanäle sind meist funktional getrennt: Meldewege neben Risikomeldungen neben Auditbefunden neben strategischen Reviews. Jede Disziplin pflegt ihre eigenen Formulare, Zyklen, Empfängerlisten. Das Unternehmen weiß sehr viel – verteilt. Aber es weiß selten, was es weiß.

Genau hier setzt die nächste Evolutionsstufe an: GRC Supra-Performance-Plattformen – Systeme, die nicht nur Compliance-Daten sammeln, sondern den Wirkungskreis eines Unternehmens als lebendigen Kommunikationsorganismus abbilden und stabilisieren.

Was eine Supra-Performance-Plattform leisten muss

Sie muss den Wirkungskreis agil, konsistent und transparent halten. Sie muss Feed-back, Feed-forward und Feed-in gleichermaßen tragen. Sie muss Silos überbrücken, ohne sie zu sprengen. Sie muss Integrität ebenso sichern wie Anpassungsfähigkeit. Und sie muss jeder Stimme im Unternehmen einen gehörten Platz geben – nicht nur dem Tone from the Top, sondern ebenso dem Tone from the Bottom und dem Tone from In-Between.

Bestens verbunden heißt bestens vorgesorgt

Resilienz ist kein Zustand. Sie ist ein Kommunikationsergebnis. Unternehmen, die Krisen überstehen, sind nicht diejenigen mit dem dicksten Handbuch – es sind diejenigen, in denen Information dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Schnell. Unverfälscht. Handlungsleitend.

Nur wer bestens verbunden ist, hat bestens vorgesorgt.

VAlog® GRC schafft als weltweit einziger Ansatz diese integrierte Verbindung auf Executive-Ebene. VAlog® GRC ist die weltweit einzige Executive GRC – eine Supra-Performance-Plattform, die nicht neben dem Unternehmen läuft, sondern mit ihm atmet.

Vigilant Awareness.
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Testen Sie uns.

Wir zeigen Ihnen, wie Supra-Performance-Kommunikation in Ihrem Haus konkret aussieht – jenseits der üblichen GRC-Werkzeuge.

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Gerald Marimón (* 24. April 1967 in Siegen, Süd-Westfalen) ist der Gründer der fiib® GmbH und der GRC Kanzlei, welche er beide seit über 15 Jahren leitet.

 

Werdegang und Ausbildung

Akademische Laufbahn: Marimon schloss 1993 ein Jurastudium an der Universität Bielefeld in Ost-Westfalen ab und erwarb 2002 berufsbegleitend seinen Doktortitel an der Universität Augsburg in Bayern.

Frühe Karriere: Vor seiner Selbständigkeit 2009 arbeitete er 1996-1997 als Assistent des Personaldirektors der MAN GHH AG (Restrukturierung) in Oberhausen/Rheinland und dann 1997-2002 als Assistent des Vorstandsvorsitzenden der MAN B&W Diesel AG (Mergers& Acquisitions).

Aufstieg im Konzern: 2002 bis 2005 leitete er die Vorstandsfunktionen Strategy and Group Integration. Ab 2005 war er Leiter HR und baute 2007-2009 die Internal Consulting Unit der MAN AG in München auf. 

Kanzlei- und Firmengründung

Gerald Marimón gründete die Kanzlei 2002 zunächst mit dem Schwerpunkt Arbeits- und Gesellschaftsrecht. Hinzu kamen Managementhaftung und seit 2012 Compliance und GRC.

2009 gründete er die fiib GmbH für die Softwareentwicklung für GRC Integration und Performance.

Philosophie: Das leitende Motto ist Excellence in Performance. Unter den Leitsätzen „Bestens vorgesorgt“ für die GRC Kanzlei und „Bestens verbunden“ für die fiib GmbH werden Value Added Legal Services geschaffen.

Strategie: Er transformierte die multinationale MAN Diesel hin zu einem „Prime Mover“ in der Industrie, dabei setzte er auf einen mehrgleisigen Ressourcen Ansatz (Servicification, Kaizen, Sattvic Leadership) statt einer reinen Vertriebs- und Prozess-Fokussierung, was nur am Anfang Kritik auslöste. 

Leidenschaft für Motorsport

Gerald Marimón ist seit Jugendtagen ein leidenschaftlicher Motorsportler und agiert als Promoter für US Legendcars. 

Er nahm über viele Jahre an Klassik-Rennen auf diversen Strecken in Europa teil

Er treibt die Marktentwicklung von Rennwagen der Klasse US Legendscars in Deutschland maßgeblich voran.