Warum Expert-GRC nicht mehr reicht – und 2026 die Stunde der echten Executive-GRC schlägt

In den vergangenen Jahren hat sich GRC von einem statischen Pflichtthema zu einem hochdynamischen Führungsfeld entwickelt. Neue gesetzliche Anforderungen, verschärfte Haftungsmaßstäbe, internationale Standards und technologische Innovationen folgen in immer kürzeren Abständen aufeinander. In vielen Unternehmen reagiert man darauf, indem man eine leistungsfähige, funktional integrierte GRC-Abteilung aufbaut, die aus spezialisierten Compliance-, Risk- und Internal-Control-Funktionen besteht. Diese standardisieren Prozesse, pflegen Richtlinien, führen Schulungen durch und erstellen Berichte. Diese Expert:innen wollen den Auftrag von Geschäftsführung und Aufsichtsrat so effizient wie möglich erfüllen und sich als strategische Partner positionieren – und nicht als weiteres „Super-Silo“.

In der Praxis stoßen sie jedoch an Grenzen: Kommunikation, Schnittstellen und Technik begrenzen den Wirkungsradius dieser Expert:innen, Berichte bleiben oft punktuell und Dashboards fragmentiert. Die tägliche Führungsarbeit von Geschäftsleitung und Aufsichtsrat bleibt somit von der GRC-Realität im Unternehmen entkoppelt. Genau darin liegt der Unterschied zu einer echten Executive GRC. Eine Executive GRC betrachtet Governance, Risiko und Compliance nicht nur aus der Fachperspektive, sondern auch aus der Perspektive derjenigen, die rechtlich und faktisch die Letztverantwortung tragen.

Laut den Haftungsbestimmungen des GmbH- und Aktiengesetzes können Geschäftsleiter ihre Organisations- und Überwachungspflichten zwar organisatorisch unterstützen lassen, die Verantwortung jedoch nicht wie eine beliebige wertschöpfende Funktion vollständig auf Expert:innen delegieren. Sie müssen verstehen können, wie sich Risiken entwickeln, wo Störungen im Betrieb entstehen, wie Hinweise eingehen und wie Gegenmaßnahmen im Alltag wirken. Dafür braucht es eine Struktur, die die tägliche Führungsarbeit mit der GRC-Praxis im Unternehmen verbindet: nicht nur Berichte im Quartal oder anlassbezogene Krisenmeetings, sondern eine laufende, strukturierte Sicht auf Verantwortlichkeiten, Aufgaben, Hinweise und Maßnahmen.

Eine rein funktional integrierte Expert:innen-GRC kann diese Brücke naturgemäß nur begrenzt schlagen: Sie optimiert Prozesse und Inhalte in ihrem Verantwortungsbereich, integriert sich aber oft nicht vollständig in die Steuerungslogik von Geschäftsleitung und Aufsicht. Dadurch entsteht ein Akzeptanzproblem: GRC bleibt ein „Spezialthema“ statt Teil der Führungsleistung. Für das Geschäftsjahr 2026 und darüber hinaus reicht das in vielen Branchen nicht mehr aus. Benötigt wird eine Executive GRC, die die Kardinalpflichten der Leitung mit den operativen GRC-Strukturen verbindet und somit sowohl die Steuerbarkeit als auch die Nachweisbarkeit von Vorsorge stärkt.

Genau hier setzt VAlog® GRC an. Das System ist als Executive-GRC-Ansatz konzipiert, der Governance-, Risiko- und Compliance-Strukturen bis auf Jobebene abbildet, Verantwortungsketten sichtbar macht und Hinweise, Störungen und Maßnahmen in einem laufenden Führungs- und Entscheidungsprozess nutzbar macht. Anstatt weitere Inseln zu schaffen, wird die bestehende Organisation in ein sprechendes Organigramm und eine GRC-Performance-Struktur übersetzt. Diese spiegelt sich in Dashboards und Logbüchern für Geschäftsleitung, Aufsicht und GRC-Verantwortliche wider.

So entsteht ein Ansatz, bei dem Expert GRC und Executive GRC sich ergänzen, anstatt gegeneinanderzustehen. Die Expert:innen behalten ihre fachliche Tiefe, während die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat ein Instrument erhalten, das ihre rechtliche Verantwortung, ihre strategische Steuerung und die operative GRC-Realität zusammenführt. Unternehmen, die diesen Schritt gehen, verschieben GRC von einer defensiven Pflichtübung zu einem aktiven Bestandteil guter Unternehmensführung. Genau das ist die Messlatte, an der sich GRC im Jahr 2026 messen lassen muss. Testen Sie uns.

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Gerald Marimón (* 24. April 1967 in Siegen, Süd-Westfalen) ist der Gründer der fiib® GmbH und der GRC Kanzlei, welche er beide seit über 15 Jahren leitet.

 

Werdegang und Ausbildung

Akademische Laufbahn: Marimon schloss 1993 ein Jurastudium an der Universität Bielefeld in Ost-Westfalen ab und erwarb 2002 berufsbegleitend seinen Doktortitel an der Universität Augsburg in Bayern.

Frühe Karriere: Vor seiner Selbständigkeit 2009 arbeitete er 1996-1997 als Assistent des Personaldirektors der MAN GHH AG (Restrukturierung) in Oberhausen/Rheinland und dann 1997-2002 als Assistent des Vorstandsvorsitzenden der MAN B&W Diesel AG (Mergers& Acquisitions).

Aufstieg im Konzern: 2002 bis 2005 leitete er die Vorstandsfunktionen Strategy and Group Integration. Ab 2005 war er Leiter HR und baute 2007-2009 die Internal Consulting Unit der MAN AG in München auf. 

Kanzlei- und Firmengründung

Gerald Marimón gründete die Kanzlei 2002 zunächst mit dem Schwerpunkt Arbeits- und Gesellschaftsrecht. Hinzu kamen Managementhaftung und seit 2012 Compliance und GRC.

2009 gründete er die fiib GmbH für die Softwareentwicklung für GRC Integration und Performance.

Philosophie: Das leitende Motto ist Excellence in Performance. Unter den Leitsätzen „Bestens vorgesorgt“ für die GRC Kanzlei und „Bestens verbunden“ für die fiib GmbH werden Value Added Legal Services geschaffen.

Strategie: Er transformierte die multinationale MAN Diesel hin zu einem „Prime Mover“ in der Industrie, dabei setzte er auf einen mehrgleisigen Ressourcen Ansatz (Servicification, Kaizen, Sattvic Leadership) statt einer reinen Vertriebs- und Prozess-Fokussierung, was nur am Anfang Kritik auslöste. 

Leidenschaft für Motorsport

Gerald Marimón ist seit Jugendtagen ein leidenschaftlicher Motorsportler und agiert als Promoter für US Legendcars. 

Er nahm über viele Jahre an Klassik-Rennen auf diversen Strecken in Europa teil

Er treibt die Marktentwicklung von Rennwagen der Klasse US Legendscars in Deutschland maßgeblich voran.